Von der Rolle – oder: Maki-Sushi abgerollt oder abgefahren?

Neben meiner Leidenschaft fürs Kochen, habe ich mich immer auch für andere handwerkliche Tätigkeiten interessiert. Bei meinen Spaziergängen durch Trier habe ich vor etlichen Jahren eine kleine Sushi-Bar entdeckt, die mich irgendwie sofort für sich eingenommen hat. Komisch: ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nie mit Sushi Kontakt gehabt, obwohl ich in Köln wohne und dort und anderswo schon zum damaligen Zeitpunkt von nichts anderem geredet wurde als von Sushi.

Das nächste Mal, als wir in Trier waren, haben meine Frau und ich dann diese kleine Sushi-Bar besucht. Ich muss sagen: wir waren sofort begeistert von der Machart der Sushi, aber vor allem vom Geschmack! Da wurden auf unserem Tisch wahre kleine Kunstwerke aufgebaut, die verführerisch dufteten, fast zu schade zum Verzehr. Wir schlossen die Augen und ließen uns in für uns noch unbekannte kulinarische Bereiche entführen. Viele Male haben wir dieses kleine kulinarische Kleinod danach noch besucht. Die Qualität ist heute wie gestern geblieben. Unbedingt mal besuchen!

Seit dieser Zeit habe ich mir vorgenommen, dieses (Koch-)Handwerk selbst zu erlernen. Unser asiatischer Großmarkt in Köln bietet alles, was man für die Zubereitung von Sushi benötigt.

Schon die ersten Versuche waren recht gut. Mittlerweile klappt das fast schon mit verbundenen Augen. Meine Tochter hilft mir seit diesem Jahr dabei und hat mich hinsichtlich der Technik eingeholt. So können wir in kürzerer Zeit noch mehr dieser köstlichen Häppchen produzieren.

P1040294_01

Hier nun mein Standardrezept, mit dem ich seinerzeit begonnen habe.

Zutaten:

250 g Reis, (Sushi-Reis)
375 ml Wasser
1 EL Reisessig
1/2 EL Mirin
1/2 EL Zucker
1 TL Salz
6 Stück Noriblätter
250 g Lachssteak, in der Pfanne von beiden Seiten je 8 min. gebraten und in Streifen geschnitten
1 TL Wasabipaste
6 cm Salatgurke(n), mit Schale, in dünne Streifen geschnitten
1/2 Paprikaschote(n), rot, in dünne Streifen geschnitten

Zubereitung:

Den Reis in einem Sieb unter fließendem Wasser so lange waschen, bis das abfließende Wasser klar ist. Den Reis mit dem Wasser in einem Topf schnell zum Kochen bringen, die Hitze stark reduzieren und den Reis 10-12 Minuten garen. In der Zwischenzeit den Reisessig mit Mirin, Zucker und Salz in einer kleinen Schüssel gut verrühren, bis alles komplett gelöst ist. Den Reis in eine flache Schüssel (kein Metall!) geben und 10 Minuten abkühlen lassen. Die Reisessig-Lösung dazu geben und mit einem Holzlöffel vorsichtig unterheben. Komplett abkühlen lassen und in 6 gleich große Portionen teilen.

Jetzt ein Noriblatt mit der glänzenden Seite nach unten auf eine Bambusmatte legen und 1 Reisportion dünn und gleichmäßig darauf verteilen; an einem Ende einen Rand von 1,5 cm frei lassen. In das vordere Drittel mit einem Löffelstiel quer zur Rollrichtung eine Furche ziehen und Wasabipaste hinein streichen. Vorsicht, Wasabi ist ziemlich scharf! Dann die gebratenen Lachsstreifen in die Furche legen und nach Belieben Gurkenstreifen und/oder Paprikastreifen dahinter legen. Das freie Ende des Noriblattes mit etwas Wasser befeuchten. Nun die Bambusmatte vorne etwas anheben und das Noriblatt vorne unter sanftem Druck um die Füllung heben. Die Bambusmatte weiter anheben und dabei die Sushirolle weiter einrollen, bis sie komplett geschlossen ist. Das muss man ein paarmal üben. Bei mir hat es aber beim ersten Mal schon ganz gut geklappt! Das ganze wiederholt man mit den übrigen 5 Noriblättern.

Am Ende liegen 6 hübsche Sushirollen vor einem und warten auf die endgültige Maki-Form. Jetzt heißt es erst einmal das Werkzeug vorbereiten, will heißen, ein gutes Messer ultrascharf(!) machen. Sonst sehen die Maki-Sushi eher aus wie Autoreifen! Jeweils eine Sushirolle auf ein Holzbrett legen und die Enden sauber gerade abschneiden (die Reste sind für den Koch!). Das Messer vor jedem weiteren Schneiden immer wieder in kaltes Wasser tauchen! Die Sushirolle in der Mitte teilen und jede Hälfte in 4 gleiche Maki-Sushi schneiden. Auf einer großen Platte mit der Schnittfläche nach oben anrichten. Die fertigen Sushi kühl stellen oder sofort verzehren.

Den Tisch decken, Sushi-Sashimi-Sauce, Wasabipaste und eingelegten Ingwer bereit stellen und Stück für Stück genießen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..